Kaffeewissen

Die Rubrik Kaffeewissen wird nach und nach ausgebaut. Zu Beginn gibt es an dieser Stelle einen kurzen Überblick und die drei ersten Unterrubriken „Wasser“, „Espressozubereitung“ und „Milchaufschäumen“. Themen wie Maschinenreinigung, Mahlgrad, Filtermethoden, Lagerung etc. folgen. Es lohnt sich also öfter mal vorbeizuschauen!

Auswahl des Kaffees/Röstverfahren
Kaffee ist ein Naturprodukt. Anbau, Klima, Ernte und Aufbereitung haben bereits großen Einfluß auf das, was wir später als Kaffee oder Espresso in der Tasse schmecken. Die Röstung ist ein weiterer wichtiger Faktor. Ein minderwertiger Rohkaffee industriell, d.h. kurz­­zeit geröstet, wird sich nicht mehr entfalten. Ein hoher Anteil ungewollter Säuren und ein bitterer Geschmack sind das Ergebnis. Dagegen kann ein gut verarbeiteter Estate Kaffee mit einer schonenden Trommelröstung und entsprechendem Know How veredelt, zu einer großartigen Geschmackserlebnis führen.

Wenn Sie den Unterschied schmecken möchten: Bereiten Sie jeweils einen Spezialitätenkaffee und einen industriell gefertigten Kaffee aus dem Supermarktregal in Ihrer bevorzugten Art und Weise zu und trinken von beiden Kaffees einige Schlucke in noch heißem Zustand. Lassen Sie danach beide Kaffees abkühlen und trinken Sie nun erneut von beiden Kaffees einen Schluck. Entscheiden Sie sich nun für ihren Geschmacksfavoriten und schon sind Sie auf dem Weg zum Kaffeekenner!

Mahlen
Wichtig für den guten Kaffeegeschmack ist das frische Mahlen der Bohnen. Egal ob Sie ihren Kaffee per Hand aufbrühen, aus dem Vollautomaten beziehen oder klassisch mit Siebträger zubereiten: Die Bohnen sollten immer erst kurz vor der Zubereitung gemahlen werden. Da Aromen flüchtig sind, werden Sie auch diesen Unterschied schmecken.
Wichtig ist außerdem, dass Sie den Mahlgrad ihrer Mühle an die enstsprechende Art der Zubereitung anpassen. Sie sollten also sehr fein mahlen bei einem Espresso, gröber bei einer Handfilterzubereitung und sehr grob für die Porzelanfilter einer Karlsbader Kanne.
Wassertemperatur
Für das ideale Geschmackserlebnis sollte das Wasser bei der Zubereitung nicht kochen. Temperaturen zwischen 92 und 96° C sind perfekt. Wer nur einen einfachen Wasserkocher zuhause hat: Wasser zum Kochen bringen und ca. eine Minute abkühlen lassen.
Aufbewahrung des Kaffees
Kaffee stets frisch zu mahlen und gleich zu verbrauchen ist nicht immer möglich. Mit kleinen Kniffen kann aber der Aromaverlust durch den Kontakt zur Luft zumindest verlangsamt werden. Röstbohnen oder gemahlener Kaffee sollten festverschlossen trocken, licht- und luftdicht gelagert werden. Lagern Sie ihren Kaffee an einem kühlen Ort, aber nicht im Kühlschrank. Angebrochene Packungen sollten nicht umgefüllt, sondern schnellstmöglich verbraucht werden. Wichtig ist: Nicht das Mindesthaltbarkeitsdatum, nur das Röstdatum ist entscheidend für die frische der Aromen. Direkt nach dem Rösten sollte die Kaffeebohne ca. eine Woche „arbeiten“, um den optimalen Reifegrad zu erreichen. Strenggenommen sollte Kaffee drei (maximal sechs) Monate nach der Röstung verbraucht sein. Bei bereits gemahlenem Kaffee beginnt der Aromaverlust der angebrochenen mit dem Öffnen. Nach einem Tag ist der Großteil der Kaffeearomen verschwunden.